Die Relevanz von Erbschaften für die Alterssicherung

Projektleitung Prof. Dr. Uwe Fachinger, Prof. Dr. Harald Künemund (beide Zentrum Altern und Gesellschaft, Universität Vechta)

Das Projekt hat zum Ziel, die Relevanz von Erbschaften für die Alterssicherung zu untersuchen. Hierfür sollen insbesondere die beiden folgenden Fragen – empirisch fundiert und sozial differenziert – beantwortet werden:

  • Können Erbschaften zukünftig eine größere Rolle bei der individuellen Alterssicherung übernehmen und zumindest teilweise das erwartbare Absinken der durchschnittlichen Renteneinkommen kompensieren?
  • Tragen Erbschaften zur Ersparnisbildung bzw. zum Vermögensaufbau bei und dienen somit der Alterssicherung, oder wird das Erbe unmittelbar oder binnen kurzer Frist verzehrt und dient damit primär Konsumzwecken?

Im Unterschied zu bisherigen Analysen zum Erbschaftsgeschehen, bei denen vor allem Wirkungen der Vererbung auf die Vermögensverteilung untersucht wurden, soll im hier beantragten Forschungsprojekt der Schwerpunkt auf die Spar- und Vermögensentwicklung und die Vermögensverteilung infolge intergenerationeller Transfers im Zeitraum 2002 bis 2007 gelegt werden. Hierdurch soll die Rolle der Erbschaften für die Alterssicherung zukünftiger Kohorten abgeschätzt werden. Es sollen vorrangig entsprechende Indikatoren aus dem Haushaltsfragebogen des Sozioökonomischen Panels (SOEP) ausgewertet werden. Das Thema Erbschaften bzw. Schenkungen wird dort seit der Erhebung 2000 regelmäßig abgefragt. Außerdem sollen SHARE-Daten ausgewertet werden.

Ziel ist es, für den Fünfjahreszeitraum 2002 bis 2007 die Veränderungen im Vermögensbestand der Haushalte detailliert nachzuvollziehen, die Rolle der Erbschaften und deren Verwendung genauer zu bestimmen sowie die Struktur der erbenden sowie nicht-erbenden Haushalte zu identifizieren. Durch eine sozial differenzierte Betrachtung dieser Veränderungen im Längsschnitt soll es ermöglicht werden, die Relevanz der Erbschaften für die Alterssicherung genauer abzuschätzen, als dies bislang – auf der Grundlage von Querschnitten – möglich war.