Arbeitsmarkteffekte der Reform des vorzeitigen Rentenbezugs

Prof. Regina T. Riphahn, Ph.D., Rebecca Schrader (FAU Erlangen‐Nürnberg)

Im Rahmen des Projekts soll untersucht werden, welche kausalen Effekte die Reformen des frühestmöglichen Zugangsalters bei der Rente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit und die Einführung von Abschlägen auf das Erwerbsverhalten und den Renteneintritt älterer Versicherter haben bzw. welche Verhaltensreaktionen dadurch entstanden sind. Studien zu ähnlichen Reformen auch in anderen Ländern wie Österreich, Australien oder den USA belegen Effekte von finanziellen Anreizen auf das Erwerbsverhalten und den Rentenzugang.

Zur umfassenden Beantwortung der Forschungsfrage ist das Projekt daher in drei Aspekte unterteilt: Erstens soll der Einfluss der Reformen auf das Arbeitsmarktverhalten wie etwa die individuelle Erwerbsbeteiligung, den Austritt aus der Erwerbstätigkeit, den Eintritt in Arbeitslosigkeit oder den Eintritt in den Rentenbezug sowie den Übertritt in alternative Rentenzugangsformen (Programmsubstitution) analysiert werden. Zweitens sollen sowohl die fiskalische als auch die individuelle Wirksamkeit beider Reformen verglichen werden. Drittens soll aufgezeigt werden, ob und inwiefern die Reformen für verschiedene Betroffenengruppen, z.B. nach Region, Einkommen, Gesundheit, Bildungshintergrund, Rentenbezug nach Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit differenziert, unterschiedliche Effekte hervorrufen.