Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA)

Das FNA ist für die Rentenversicherung wissenschaftliche Ressource und Förderinstrument der Alterssicherungsforschung zugleich. Die Rentenversicherung fördert mit dem FNA die Forschung im Bereich der Alterssicherung und schafft damit wissenschaftlich fundierte Grundlagen für die eigene Arbeit, für Wissenschaft und Politik und für die allgemeine Öffentlichkeit. Das FNA hat die Aufgabe, Fragen zur Alterssicherung mit Relevanz für die Gesetzliche Rentenversicherung aufzugreifen und durch Förderung der Forschung zu deren Beantwortung beizutragen. Ziel ist dabei für eine fundierte und systematische Analyse von Fragen zur Alterssicherung zu sorgen, um die Basis für eine rationale Alterssicherungspolitik zu verbessern. Insgesamt fördert das FNA die Forschung zur Alterssicherung mit zahlreichen Instrumenten, die von der Finanzierung von Forschungsprojekten über die Vergabe von Förderstipendien und die Austragung von Workshops und Tagungen bis hin zu der jährlichen Verleihung eines Forschungspreises reichen.

Aktuelles

Pressemitteilung:

Neue Studie zur „Doppelverbeitragung“ von Alterssicherungsleistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung

Auf das Bruttogehalt und damit auch auf die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung müssen Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden. Ebenso wie auf die spätere Rentenleistung. Dagegen kommt es in der privaten Alterssicherung gar nicht und in der betrieblichen Altersversorgung nur in Ausnahmefällen zu einer solchen „Doppelverbeitragung“.

Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA) der Deutschen Rentenversicherung Bund geförderte Studie zur Doppelverbeitragung in der Alterssicherung. Unter Leitung von Prof. Dr. Dirk Kiesewetter (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) wird darin die unterschiedliche Belastung durch Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung in allen drei Säulen der Alterssicherung in der Anspar- und in der Auszahlungsphase untersucht.

Nur weil die Versicherten den vollen Krankenkassenbeitrag auf Alterssicherungsleistungen tragen müssen, liegt eine Doppelverbeitragung nicht vor, so die Experten. Wie die Beitragslasten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt werden, sei für die Beurteilung der Frage der Doppelverbeitragung irrelevant. Eine Doppelverbeitragung ist zwar verfassungsrechtlich nicht beanstandet worden. Aus ökonomischer Perspektive ist sie allerdings – so die Ansicht der Forscher – nicht zu rechtfertigen. Anders als in der öffentlichen Diskussion häufig gefordert, sehen die Experten der Uni Würzburg daher keine wissenschaftlich begründbare Notwendigkeit einer weiteren Entlastung der betrieblichen Altersversorgung. Zwar sei die betriebliche Altersversorgung – etwa im Fall der Entgeltumwandlung – bewusst von Beitragszahlungen entlastet worden, um die zweite Säule der Alterssicherung zu stärken. Daraus ergäbe sich aber keine zwingende ökonomische Begründung für eine noch weitergehende Beitragsentlastung bei den Betriebsrenten in der Auszahlphase.

Der Umfang der Förderung der Altersvorsorge kann letztlich nur politisch entschieden werden. Dabei sollten auch die anderen Altersvorsorgeformen – neben der betrieblichen Altersversorgung – nicht aus dem Blick geraten. Um hier einen besseren Vergleich zu ermöglichen, entwickeln die Würzburger Forscher nunmehr einen ökonomisch fundierten Maßstab zur Messung der Verbeitragungsintensität in den einzelnen Altersvorsorgeformen.

FNA-Journal 1/2019 "Die Doppelverbeitragung von Beiträgen und Rückflüssen in der deutschen Alterssicherung"

FNA-Journal 2/2019 "Messung der Verbeitragungsintensität von Beiträgen und Rückflüssen in der deutschen Alterssicherung"

Das FNA auf dem Pressefachseminar der Deutschen Rentenversicherung Bund am 12. Juli

Am 12. Juli stellte Prof. Dr. Paul Erker auf dem Pressefachseminar der Deutschen Rentenversicherung Bund zentrale Erkenntnisse aus dem vom FNA geförderten Projekt "Alterssicherungssystem und Reichsversicherungsanstalt in der "Volksgemeinschaft" – Die Geschichte der Rentenversicherung in der NS-Zeit." vor.

Die Forschungsergebnisse sind als Monografie mit dem Titel "Rente im Drtitten Reich. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellt 1933-1945" erschienen und als Open Access Publikation beim Verlag DeGruyter Oldenburg verfügbar.

Neue Publikation: Erwerbsverläufe von Frauen und Männern mit niedrigen Versichertenrenten

Prof. Dr. Martin Brussig, Lina Zink, Dominik Postels (Institut Arbeit und Qualifikation, Universität Duisburg-Essen): „Erwerbsverläufe von Frauen und Männern mit niedrigen Versichertenrenten“

Für die sozialpolitische Diskussion um die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung ist es von erheblicher Bedeutung, ob niedrige Renten etwa aufgrund von fehlenden Versicherungszeiten, langen Erwerbsunterbrechungen, langjähriger Teilzeittätigkeit oder aufgrund langjähriger Vollzeittätigkeit im Niedriglohnbereich entstanden sind. Vor diesem Hintergrund untersuchte das vom FNA geförderte Forschungsprojekt die Erwerbs- und Versicherungsverläufe von Niedrigrentenbezieherinnen und -beziehern mit einer langen Versicherungsdauer (mindestens 30 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten) und ging der Frage nach, wodurch deren Erwerbsverläufe gekennzeichnet sind. Besonderes Gewicht liegt auf einer differenzierten Betrachtung der drei für den Rentenanspruch maßgeblichen Komponenten „Stundenlohn“, „Versicherungsdauer“ und „Arbeitszeit“.

Die Forschungsergebnisse sind als Monografie mit dem Titel "Erwerbsverläufe von Frauen und Männern mit niedrigen Versichertenrenten" erschienen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Verlages Duncker und Humblot.

Neue Publikation: Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung: ein statistisches Kompendium

Dr. Bruno Kaltenborn hat von 2013 bis 2018 in mehreren Projekten verschiedenste Aspekte zur Entwicklung der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung untersucht. In der kürzlich erschienenen DRV Schrift „Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung: ein statistisches Kompendium“ hat er die Ergebnisse seiner Arbeiten aktualisiert und zusammengeführt. Damit gibt es nun eine grundlegende statistische Übersicht, die wesentliche Informationen zur Grundsicherung wegen Alters und Erwerbsminderung in gebündelter Form bereitstellt, so z.B. zur Altersstruktur der Empfänger*innen, der Höhe und Verteilung der Bedarfe usw. sowie mit der Projektion der Weiterentwicklung der Grundsicherung wegen Alters bis 2030 auch einen kleinen Blick in die Zukunft wagt. Die DRV Schrift können Sie hier herunterladen: Downloadlink