Deutsche Rentenversicherung

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Wir möchten gerne unsere Webseite verbessern und dafür anonyme Nutzungsstatistiken erheben. Dürfen wir dazu vorübergehend ein Statistik-Cookie setzen? Hierbei wird zu keiner Zeit Ihre Nutzung unserer Webseite mit persönlichen Daten in Verbindung gebracht.
Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung. Auf dieser Seite ist auch jederzeit der Widerruf Ihrer Einwilligung möglich.

OK

Forschungspreisträger 2018: Dr. Katharina Unger und Dr. Johannes Rausch

Dr. Unger: „Die Dynamisierung von Altersrenten – eine Bestandsaufnahme der Zielsetzungen, Regelungen und Optionen zur Weiterentwicklung eines dynamischen Alterssicherungssystems am Beispiel des deutschen Drei-Schichten-Modells“

Dr. Rausch: „Reformen der Sozialsysteme. Aus- und Wechselwirkungen anhand ausgewählter Simulationsrechnungen“

Laudatio

Auszug aus der Laudatio von Annelie Buntenbach zur Preisverleihung auf der Bundesvertreterversammlung am 06.12.20218 in Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Deutsche Rentenversicherung vergibt nun bereits zum achtzehnten Mal den Forschungspreis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus dem Themenfeld der Alterssicherung. Ziel des Preises ist es, durch die Förderung und Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Wissensbasis im Bereich der Alterssicherungsforschung zu erweitern. Der Beirat des Forschungsnetzwerkes Alterssicherung (FNA) hat in seiner Sitzung am 23.08.2018 in Berlin ausführlich über die eingereichten Arbeiten beraten. Dabei zeigte sich, dass darunter gleich zwei hervorragende, aber auch ganz unterschiedliche Dissertationen waren. Deshalb hat der FNA-Beirat beschlossen mit Frau Dr. Katharina Unger und Herrn Dr. Johannes Rausch zwei Preisträger vorzuschlagen.
Der Bundesvorstand der Deutschen Rentenversicherung Bund ist dem Vorschlag des FNA-Beirats gefolgt. Ich freue mich deshalb, Dr. Katharina Unger und Dr. Johannes Rausch heute im Rahmen der Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund mit dem FNA-Preis 2018 ehren zu dürfen.
Lassen Sie mich nun – gemäß der alphabetischen Reihenfolge – Herrn Dr. Rausch kurz vorstellen.
Dr. Johannes Rausch studierte bis 2011 Mathematik an der Technischen Universität München. Die Kombination mit dem Nebenfach Informatik während seines Studiums war sicherlich sehr förderlich für seine spätere wissenschaftliche Ausrichtung. Im Anschluss an sein Studium blieb er der Universität treu, wechselte aber das Fach und promovierte von 2011 bis 2016 in den Wirtschaftswissenschaften bei Professor Börsch-Supan. Nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Promotion ist er in der Wissenschaft tätig geblieben und arbeitet nun am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in München, wo er die ökonomischen Auswirkungen des demografischen Wandels analysiert.
Dr. Katharina Unger hat an der Humboldt-Universität zu Berlin bis 2007 Volkswirtschaftslehre studiert. Im Anschluss daran hat sie ihre Promotion an der Universität Vechta begonnen, die sie 2016 erfolgreich abgeschlossen hat; die Arbeit wurde betreut von Prof. Fachinger und Prof. Naegele. In einer vom FNA geförderten Studie zur „Dynamisierung von Alterseinkommen“, die von den Professoren Fachinger, Kühnemund und Schmähl gemeinsam verantwortet wurde, hat Frau Dr. Unger als wissenschaftliche Mitarbeiterin wesentlich zum Projekterfolg beigetragen. Einige Ergebnisse der Studie hat sie später auch in ihre Dissertation einfließen lassen. Seit 2015 ist Frau Dr. Unger an der Universität Vechta im Qualitätsmanagement tätig.
In der Dissertationsschrift von Herrn Dr. Johannes Rausch ist dessen mathematische Ausbildung deutlich zu spüren. Die Arbeit setzt sich in grundlegender Weise mit der Zukunft der Gesetzlichen Rentenversicherung auseinander. Als wesentliches Handwerkszeug verwendet er dabei das von ihm weiterentwickelte Rentensimulationsmodell MEA-Pensim. Mit diesem Modell können in Abhängigkeit von bestimmten Annahmen die künftige Entwicklung der Rentenversicherung simuliert und die Auswirkungen von Veränderungen des Rentenrechts oder auch der wesentlichen Rahmenbedingungen der Alterssicherung analysiert werden. Herr Dr. Rausch geht in seiner Dissertation unterschiedlichen Fragestellungen nach, die mit entsprechenden Simulationsrechnungen untersucht werden.
Frau Dr. Unger geht es in ihrer Arbeit um die Dynamisierung der Renten in Deutschland. Genauer gesagt: Sie untersucht detailliert, welche unterschiedlichen Dynamisierungsregelungen sich in den verschiedenen Altersversorgungssystemen beobachten lassen und wie sich diese über die Zeit gewandelt haben.
Ihr Kompass zur Einordnung und Bewertung von Alterssicherungsleistungen richtet sich an den Zielen „Sicherheit und Stetigkeit“ aus. Mit einer großen empirischen Genauigkeit zeigt sie, dass sich die in Rentenanpassungsverfahren geregelten Dynamisierungsmechanismen nicht nur zwischen den OECD Ländern erheblich unterscheiden, sondern auch innerhalb der verschiedenen Zweige der Alterssicherung in Deutschland höchst unterschiedlich ausgestaltet sind. Angesichts der häufig verkürzten Debatte über Höhe und Niveau der Renten, die oftmals allein aus der Perspektive statisch gedachter Rentenhöhen zum Zeitpunkt des Renteneintritts geführt wird, ist bereits diese Rückbesinnung auf den dynamischen Grundcharakter unseres Rentensystems bemerkenswert. Frau Dr. Katharina Unger zeigt in ihrer Arbeit das breite Spektrum möglicher Anpassungsmechanismen auf und diskutiert die damit verbundenen Vor- bzw. Nachteile.
Und nun freue ich mich auf die Übergabe der diesjährigen FNA-Forschungspreise.